Es war nicht die erste Kerkerhaltung für mich, aber das erste Mal zusammen mit anderen Gefangenen. Zunächst war es ein mulmiges Gefühl, den anderen Gefangenen ohne Maske gegenüber zu treten. Aber zumindest einen von ihnen sollte ich noch zum Vergnügen der beiden Herrinnen sehr innig kennenlernen. Und den Schreien der anderen Leidensgenossen zu lauschen, während man auf den nächsten Besuch der Herrinnen wartet und weiß, dass man selbst nur allzu bald die anderen mit seinen Schreien unterhalten wird, hat schon etwas Besonderes. Und dazu gab es durchaus Anlass...
Das aus einem zeitlichen Abstand von mehreren Wochen eindrücklichste Erlebnis war für mich die Zeit im Loch, aus dem nur der Kopf durch das Gitter hinausschaut. Während ich dort im Flur auf dem sprichwörtlichen Präsentierteller für die Herrinnen und ihre Gefangenen saß, die zum Verhör vorbei geschleift wurden, konnte ich eindrücklich den Disziplinarmaßnahmen lauschen, die in den benachbarten Räumen auf wirklich nicht zimperliche Weise durchgeführt wurden, ohne in irgendeiner Form eingreifen zu können. Selten habe ich mich in einer Session so machtlos gefühlt. Zwischendurch bekam ich immer mal wieder eine Dusche mit Spucke oder Natursekt verabreicht, was mich ganz schön an meine Grenzen brachte, insbesondere weil alles, was nicht geschluckt wurde, im Gefängnisoverall landete und dort während der Nacht in Ketten unter entsprechender Kälte- und Geruchsentwicklung eintrocknete. Aber die Aussicht da unten, wenn eine der Herrinnen einem den Stiefel zum Sauberlecken vor das Gesicht stellt oder mit gespreizten Beinen über einem in die Hocke geht... unbezahlbar!
Da ich mich zuvor gut benommen hatte, ließen mir die Herrinnen in der Nacht eine Hand frei und auch die Möglichkeit, die zweite Hand aus der sehr unangenehm kurzen Kette über dem Kopf (im Liegen) zu befreien (nicht aber aus den Ketten an den Fußgelenken). Anders hätte ich in dieser Nacht wohl überhaupt kein Auge zugemacht und wäre auch nicht an den in den frühen Morgenstunden dringend benötigten Eimer für die Notdurft herangekommen. Aber auch so blieb es bei kaum Schlaf, allenfalls einem leichten Dösen. Wer sich allerdings mit den beiden Herrinnen anlegt, kann auch diesen Rest von Luxus sehr schnell verlieren. Und ich bin mir sicher: Egal, wie aufregend sich jede erdenkliche Verschärfung im Kopfkino vorher oder nachher anfühlt, in der Situation als Gefangener von Herrin Syonera und Lady Medusa wird sich das jeder noch einmal sehr genau überlegen!
Leider konnte ich nur einen Tag (knapp 24 h) teilnehmen. Doch nach meiner Entlassung war ich erst einmal dankbar, es überstanden zu haben und so platt wie schon lange nicht mehr. An jenem Tag musste ich ständig voller Respekt an die Mitgefangenen denken, die noch einen ganzen Tag und eine Nacht vor sich hatten. Mal sehen, ob ich mich bald wieder traue...